Ohne ein bisschen Übung und eine Sicherheitseinweisung fliegt hier keiner zwischen den Bäumen rum. Das muss klar sein. Aber dann kann’s losgehen: Karabiner einhaken, abstoßen und schon zischt man an einem dicken Stahlseil durch den Pfälzerwald.

Text: Sigrid Frank-Esslinger, Fotos: Martin Wagenhan

 

Im Ziplinepark Elmstein fliegen Wagemutige auf Baumwipfelhöhe durch den Naturpark, entdecken den Wald aus einer nie gesehenen Perspektive, erleben Natur und Wetter ganz direkt und spüren das Adrenalin in den Adern. Ziplining ist ein neues, waghalsiges Freizeitvergnügen, das Abenteuer und Naturerlebnis miteinander verbindet. Hoch über dem Boden saust man mit hohem Tempo zwischen Bäumen entlang und über kleine Lichtungen, lässt sich in Abgründe fallen und spürt den Fahrtwind im Gesicht.

Der englische Begriff „Zip“ bedeutet hier nicht etwa „Reißverschluss“, sondern „Schwung“, „zischen“ oder „flitzen“. Ziplines, auf Deutsch auch Seilrutschen genannt, sind ein naturverbundener Freizeitspaß und basieren auf stabilen Seilverbindungen zwischen zwei unterschiedlich hoch gelegenen Punkten. Früher wurden sie hauptsächlich benutzt, um an Rollen oder Karabinerhaken Personen oder Lasten über Schluchten und Flüsse zu transportieren. 

Dieses Prinzip ist auch heute noch das Gleiche: Man trägt ein Sicherheitsgeschirr, das mit Hilfe von zwei Karabinern und einem Rad über ein dickes, schräg gespanntes Stahlseil läuft und rutscht an diesem Seil entlang. Die heutigen Ziplines allerdings sind kein träges Transportmittel, sondern ein atemberaubendes Freizeitvergnügen: Man kann durch den Regenwald zippen und exotische Pflanzen und Tiere sehen, aber auch in zahlreichen Städten der Welt am Stahlseil von Hochhaus zu Hochhaus fliegen.

Seit April 2016 kann man nun auch zwischen den Baumwipfeln des Naturparks Pfälzerwald durch die Luft zischen: Der Ziplinepark Elmstein verfügt über insgesamt 18 Strecken, die von hölzerner Baumplattform zu Baumplattform führen und einen zusammenhängenden Parcours bilden. Durch das eigene Gewicht rauscht man zwischen den Bäumen und über Lichtungen die schrägen Seile entlang. Zusätzlich sind an vier Bäumen Absprünge in die Tiefe vorgesehen. 

Für die Initiatoren und Gesellschafter des Ziplineparks haben neben dem Freizeitspaß und dem Erlebnisgedanken die Sicherheit der Besucher und der Umweltschutz einen wichtigen Stellenwert. Wer hier durch den Wald fliegen will, muss mindestens zwölf Jahre alt sein und darf zwischen 35 und 120 Kilo wiegen. Die Anlage ist TÜV-geprüft, das fortschrittliche Sicherungssystem und die Tragbäume werden regelmäßig überprüft und begutachtet. Ausgebildete Guides erklären den Umgang mit der Sicherheitsausrüstung ausführlich und üben mit den Besuchern auf einem Übungsparcours. 

Der Ziplinepark liegt in einer Randzone des Naturparks Pfälzerwald, im UNESCO-Biospährenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen, in dem nachhaltige Entwicklung in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht verwirklicht werden soll. Dementsprechend haben die Betreiber vor der Genehmigung und dem Bau ein Artenschutzgutachten in Auftrag gegeben, für das Flora und Fauna langfristig beobachtet wurden. Für den Park selbst wurden weder Fundamente gesetzt noch Bäume gefällt, und die Stahlseile und Plattformen baumschonend montiert. Zusätzlich entstanden in Abstimmung mit den Naturschutzbehörden Ausgleichsmaßnahmen, um sicherzustellen, dass ausreichend Ausweichquartiere für Vögel und Fledermäuse vorhanden sind.

Buchung unter www.zipline-elmstein.de.

Anreise mit dem ÖPNV (Buslinie 517), www.vrn.de.